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Technik

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Moderne Konzentrat­versor­gung

Gravitas Easy

Warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht? So könnte man den Beitrag über das neue zentrale Konzentratversorgungssystem der Fa. Nipro Pure Water überschreiben. Der Name Gravitas Easy ist hierbei Programm, denn die Versorgung der Dialysegeräte erfolgt einfach über die natürliche Schwerkraft.

Grafische Darstellung

Abb. 1 Schematische Darstellung der zentralen Konzentratversorgung mit der Gravitas Easy. Die Hochbehälter sind in der Zwischendecke montiert. Die Dialysemaschinen werden mit Hilfe von Schwerkraft gleichmäßig mit Konzentrat versorgt.

Einsatzbereich und Schnittstellen

Immer mehr Dialysen setzen auf die Selbstherstellung von saurem Hämodialysekonzentrat. Die Eigenherstellung spart Kosten und schont die Umwelt, da nur die benötigten Salze und kein Wasser mehr transportiert wird. Mehrere Hersteller bieten moderne, vollautomatische Systeme für die Eigenherstellung an. Die für die Versorgung der Dialysegeräte notwendigen Konzentratleitungen werden dabei meistens vom Anbieter der Wasseraufbereitung installiert, da die Konzentratanschlüsse für die Dialysegeräte in den Medienversorgungssystemen integriert sind. Die Schnittstelle zwischen Mischer und zentraler Konzentratversorgung (ZKV) sollte klar definiert sein. Als sinnvoll hat sich diese zwischen Lagertank des Konzentrats und Konzentrat-Versorgungssystem erwiesen. Die Anschlüsse an die Tanks sind über Schlauchleitungen unkompliziert machbar, eine elektrotechnische Kopplung zwischen Tank und Versorgung ist nicht notwendig.

Funktion

Die zentrale Konzentratversorgung wurde in der Vergangenheit meist mit mobilen Lagertanks von 300-800 Litern flüssigem Hämodialysekonzentrat realisiert. Zur Gewährleitung der permanenten Versorgung wurden jeweils zwei Tanks angeschlossen. War ein Tank geleert, so schaltete das Versorgungssystem automatisch auf den 2. angeschlossenen Tank um. Die meisten Konzentratmischsysteme arbeiten heute mit einem Lagertank pro Sorte Konzentrat. Dabei wird die komplizierte und teure Tankumschaltung, die immer noch in einem überwiegenden Teil der ZKVs integriert ist, nicht mehr benötigt. Das Gravitas Easy System arbeitet ohne automatische Umschaltung und spart hierdurch nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im laufenden Betrieb Kosten.
Die grundlegende Funktion der Anlage besteht darin, dass das Konzentrat aus dem fest angeschlossenen Lagertank des Mischsystems mittels einer Pumpe in einen Hochbehälter gefördert wird. Dieser Hochbehälter sollte vorzugsweise im Bereich der Dialyse in der Zwischendecke montiert sein. Aus diesem Hochbehälter fließt das Konzentrat selbständig durch die natürliche Schwerkraft in die angeschlossenen Leitungen zu den Medienversorgungseinheiten und zum Dialysegerät. (Abb. 1)

Warum Schwerkraft?

Herkömmliche Konzentratversorgungssysteme haben Pumpen zur Versorgung der Dialysegeräte. Die meisten Dialysegeräte arbeiten mit einem max. Konzentrateingangsdruck von ca. 0,5 bar. Um den benötigten, sehr geringen Druck auf der Versorgungsleitung stabil zu halten, werden verschiedene technische Verfahren eingesetzt. Das bekannteste ist die Leitungsführung in einem sogenannten Lasso. Dabei wird die Konzentratleitung von beiden Seiten gleichzeitig mit Konzentrat gefüllt. Dieses Verfahren funktioniert bei entsprechenden baulichen Voraussetzungen gut. Allerdings kann es durch Höhenversprünge der Leitungen, welche z. B. durch notwendige Tür- oder Flurüberquerungen der Leitungen normal sind, zu Lufteinschlüssen kommen. Wenn sich diese Luft in einem höheren Bereich der als Lasso verlegten Leitung sammelt, kann diese meist nicht wieder selbstständig entweichen. Dies führt durch die Kompression der Luft zu Druckschwankungen im System und damit zu Störungen am Dialysegerät. Die Einstellung solcher Systeme ist zudem recht kompliziert, vor allem bei größeren Zentren mit langen Konzentratleitungssystemen.

Ein weiterer Vorteil des Gravitas Easy ist die einfache Überbrückung von mehreren Stockwerken. Oft müssen Mischsysteme aufgrund ihres Gewichts in Keller- oder Erdgeschossräumen installiert werden. Befindet sich die Dialyse in einem oberen Stockwerk, wird die Versorgung mit einer herkömmlichen Pumpenanlage noch schwieriger, da die Pumpe den höheren statischen Gegendruck überwinden muss, auf der Leitung an den Dialysegeräten aber trotzdem Drücke <0,5 bar ankommen sollten. Die beim System Gravitas Easy eingesetzten Pumpen liefern das Konzentrat nur in die Hochbehälter. Deshalb können hier Pumpen eingesetzt werden, die mit einem höheren Druck arbeiten und damit eine einfache Überbrückung von mehreren Stockwerken zulassen. Die Versorgung der Dialysegeräte erfolgt anschließend wieder über die Schwerkraft, damit werden alle Dialysegeräte gleichmäßig mit stabil niedrigem Druck versorgt.

Features

  • Einfache Bedienung
  • Sichere Versorgung der Dialysegeräte über Schwerkraft
  • Hochwertige Siemens SPS-Steuerung
  • Langlebige, wartungsfreie und trockenlaufsichere Chemiepumpen
  • Vollautomatischer Betrieb
  • Start manuell oder über Zeitschaltuhr
  • Ferndiagnose via Internet
  • Potentialfreier Störungskontakt
  • Überwachung der Hochbehälter über kontaktfreie, kapazitive Sensore
  • Zusätzlicher Sicherheitssensor zum Schutz vor Überfüllung
  • Mehrfarbiges Display zum Anzeigen der Betriebszustände
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