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Nephrologie

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Gut kombiniert

Wirksame und kosten­effiziente Katheter-Lock-Lösungen mit Taurolidin, Urokinase, Heparin und Citrat

In dem renommierten Fachjournal Kidney International wurde kürzlich eine Studie der Medizinischen Universität Wien (AKH Wien) veröffentlicht.1 Sie belegt den signifikanten Einfluss der verwendeten Locklösung im Hinblick auf die Komplikationsrate bei Dialysekathetern und deren Gesamtkosten.

© Andrew Jay | Unsplash.com

Studiendesign

In einer multizentrischen, prospektiv-randomisierten Untersuchung wurden 106 Dialysepatienten mit neu implantierten Kathetern untersucht. Die Patienten in der Interventionsgruppe wurden zweimal wöchentlich mit TauroLockTM-Hep500 geblockt. Einmal pro Woche wurde TauroLockTM-U25.000 (Taurolidin 1,35%, Citrat 4% und Urokinase 25.000 IE) verwendet. Die Kontrollgruppe erhielt stets 4%ige Citratlösung (dreimal pro Woche).

Resultate

Winnicki, Sengoelge et al. konnten erstmalig zeigen, dass das 2 + 1 Lockregime mit den Heparin- und Urokinase-haltigen TauroLockTM-Varianten die Katheter-Dysfunktionen gegenüber der alleinigen Verwendung von 4 %iger Citratlösung signifikant reduziert (18,7 vs. 44,3 pro 1.000 Kathetertage, p = 0,001). Auch der Bedarf an Alteplase war in der Interventionsgruppe signifikant verringert: 3,8 vs. 9,8 pro 1.000 Kathetertage in der 4% Citrat-Gruppe (p = 0,001).

Während der Studiendauer von insgesamt 15.690 Kathetertagen konnte auch die Häufigkeit der Katheterinfektionen signifikant herabgesetzt werden (0,67 vs. 2,7 Katheterinfektionen pro 1.000 Kathetertage, p = 0,003).

Diskussion

Die vorgelegte Arbeit zeigt eindrucksvoll, dass durch die Verwendung leistungsfähiger Locklösungen die Komplikationsrate bei Dialysekathetern sowohl bezüglich der Infektionsrate als auch der mechanischen Dysfunktionen signifikant gesenkt werden kann. Den zunächst etwas teureren Locklösungen stehen durch Reduktion der Komplikationsrate Kosteneinsparungen für das Gesundheitssystem gegenüber. Es konnte in dieser Studie zudem gezeigt werden, dass der Einsatz der TauroLockTM-Varianten gegenüber dem einstweilen günstigeren 4% Citrat kosteneffizient war. Hemmelgarn konnte vor Jahren zeigen, dass die regelmäßige, einmal wöchentliche Anwendung von rtPA (recombinant tissue plasminogen activator) die Komplikationsraten senkte,2 allerdings war dies wegen des sehr teuren Fibrinolytikums nicht kosteneffizient (Kosten von 13.956 USD pro verhinderter Infektion). In der hier vorgelegten Studie konnten die Kosten durch sinnvolle Kombination der Wirkstoffe Urokinase, Heparin, Taurolidin und Citrat deutlich reduziert werden. Unter Berücksichtigung sämtlicher Kosten konnte eine Ersparnis von 43% pro Patient und Jahr im Vergleich zur Citratgruppe beobachtet werden.

Fazit

Zusammenfassend zeigt diese Arbeit, dass die Verwendung von TauroLockTM-Hep500 in Kombination mit einmal wöchentlich TauroLockTM-U25.000 dem Blocken mit 4%iger Citratlösung in allen Katheter-relevanten Parametern – vor allem bessere Durchgängigkeit und weniger Infektionen – signifikant überlegen ist und auf diese Weise hilft, Kosten massiv zu senken.

Literatur:

  1. Winnicki W, Sengoelge G et al.: Taurolidine-based catheter lock regimen significantly reduces overall costs, infection, and dysfunction rates of tunneled hemodialysis catheters. Kidney Int (2017).
    doi: 10.1016/j.kint.2017.06.026
  2. Hemmelgarn B et al.: Prevention of Dialysis Catheter Malfunction with Recombinant Tissue Plasminogen Activator. New Engl J Med, 364 (4):303-312 (2011).

 

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