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Hygiene

Fit in der Hygiene

Neuer Lehr­plan für Hygiene­beauftragte in der nephro­logischen Pflege

Seit 2012 wird medizinisches Personal aus Dialyseeinrichtungen erfolgreich nach dem Curriculum der DGAHD zu sogenannten „Hygienebeauftragten in der nephrologischen Pflege“1 qualifiziert. In einem 40 Wochenstunden umfassenden Qualifizierungskurs, der von akkreditierten Weiterbildungsstätten angeboten wird (www.dgahd.de/curriculum), werden die Teilnehmer in die Lage versetzt, die Leitung nephrologischer Behandlungseinheiten bei der Erarbeitung und Umsetzung von Hygienevorgaben tatkräftig zu unterstützen und die Hygiene in der Dialyseeinrichtung weiterzuentwickeln.

Personengruppe am Tisch sitzend

© DGAHD e.V.

In vielen Dialyseeinrichtungen sind die Hygienebeauftragten in der nephrologischen Pflege inzwischen fester Bestandteil des Hygienemanagementsystems und aus dem Dialysealltag nicht mehr wegzudenken.

Aufgaben der Hygienebeauftragten in der nephrologischen Pflege

Zu den vielfältigen Aufgaben der Hygienebeauftragten in der nephrologischen Pflege zählt nicht nur die Mitwirkung und Unterstützung bei

  • der Erstellung und Fortschreibung des Hygieneplans und der dazugehörigen Desinfektionspläne und Arbeitsanweisungen,
  • der Überwachung der Einhaltung der im Hygieneplan getroffenen Festlegungen,
  • der Überwachung der Pflegetechniken (z. B. Gefäßzugänge, Verbandwechsel, Hände- und Hautdesinfektion etc.),
  • der Veranlassung und Durchführung von hygienisch-mikrobiologischen Untersuchungen,
  • der Auswahl hygienerelevanter Verfahren und Produkte,
  • der Überwachung der Lebensmittel- und Küchenhygiene,
  • der Überwachung der ordnungsgemäßen Entsorgung von Abfällen,
  • der Probennahme und Interpretation von Laborbefunden (Permeat, Konzentrat),
  • Begehungen durch die Überwachungsbehörden,
  • hygienischen Risikoeinschätzungen,
  • der Durchführung und Auswertung epidemiologischer Untersuchungen bezüglich nosokomialer Infektionen sowie der Umsetzung daraus abzuleitender Maßnahmen sowie
  • der Planung funktioneller und baulicher Maßnahmen und Umbaumaßnahmen,

sondern auch die selbstständige Durchführung

  • von Schulungen und praktischen Anleitungen des Personals in hygienischen Belangen,
  • routinemäßiger und anlassbezogener Unterweisungen,
  • von Kontrollen vorhandener Desinfektions- und Sterilisationseinrichtungen,
  • einrichtungsinterner Kontrollen aller hygienerelevanten Bereiche in der Dialyseeinrichtung,
  • gegebenenfalls von Probennahmen für Hygienekontrollen (Permeat, Konzentrat).

Neue Lerninhalte

Seit Erstellung des ersten Lehrplans zur Qualifizierung medizinischen Personals als „Hygienebeauftragte in der nephrologischen Pflege“ in 2012

  • kam es zu einer signifikanten Zunahme von Infektionserregern mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen,
  • hat der Bedarf an Schulung und Unterweisung in Bezug auf Maßnahmen zur Infektionsprävention zugenommen,
  • wurde zunehmend von der Inhouse-Sterilisation semikritischer und kritischer Instrumente (Pinzetten, Scheren u.a.) auf Einmalinstrumente umgestellt.

Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen, aktualisierten die Mitglieder der akkreditierten Weiterbildungsstätten im September 2017 den Lehrplan. Neben der Vermittlung von erforderlichem Fachwissen gibt es in dem geänderten Lehrplan jetzt auch Raum für

  • die Förderung von sozialen Kompetenzen,
  • die Vermittlung von Strategien zu dem Umgang mit aus der Tätigkeit resultierenden Konflikten sowie
  • die Vermittlung von Gestaltungsmöglichkeiten für Schulungen und Unterweisungen.

Hierdurch werden die Hygienebeauftragten in der nephrologischen Pflege darin gestärkt, als wertvolle Multiplikatoren entscheidend zur Akzeptanz und Umsetzung erforderlicher Hygienemaßnahmen beizutragen.

Darüber hinaus wird für Hygienebeauftragte in der nephrologischen Pflege empfohlen, alle zwei Jahre eine Aktualisierungsschulung zu besuchen, um das im Qualifizierungskurs erworbene Wissen auf aktuellem Stand zu halten. Diese Aktualisierungsschulung sollte mindestens acht Unterrichtseinheiten umfassen. Die Inhalte sollten sich an den jeweils aktuellen, hygienerelevanten Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien, an den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) sowie an Empfehlungen anderer Fachgesellschaften orientieren. Neben der Vermittlung von Praxiswissen sollte die Aktualisierungsschulung auch Fallbeispiele und handlungsleitende Umsetzungshilfen beinhalten. Darüber hinaus sollte die Schnittstelle Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Hygiene berücksichtigt werden.

Von einigen der akkreditierten Weiterbildungsstätten (siehe www.dgahd.de/curriculum) werden bereits entsprechende Kurse angeboten, z.B. Hygiene Update, Hygiene aktuell.

Wir sind für Sie da!

In Ihrer Einrichtung ist der Hygienebeauftragte in der nephrologischen Pflege noch nicht etabliert?

Sie möchten eine Person aus Ihrem Dialyseteam zum Hygienebeauftragten in der nephrologischen Pflege qualifizieren?

Sie möchten Ihr Wissen auf den aktuellen Stand bringen?

Schreiben Sie uns eine E-Mail an info@dgahd.de mit Ihren Fragen, wir beantworten sie gerne!

Tabellarische Übersicht

Literatur:

  1. Die Benennung eines qualifizierten Hygienebeauftragten in der nephrologischen Pflege entspricht den Forderungen der KRINKO: Personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention nosokomialer Infektionen, Bundesgesundheitsblatt 52:951-962 (2009).
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