Anzeige

Pflege

Entspannt punk­tieren mit Ultra­schall

Warum lohnt sich die ultra­schall­ge­stützte Shunt­punk­tion?

„Trial and error” haben bei einer Shuntpunktion nichts zu suchen. Dennoch kommt die ultraschallgestützte Punktion des Dialyseshunts häufig aus Zeitgründen nicht zum Einsatz, so die Ergebnisse einer Umfrage in einschlägigen Pflegegruppen. Bei schwierigen Shunts bietet das Verfahren jedoch eindeutige Vorteile gegenüber einer „blinden” Punktion.

Ultraschallbild

© Michael Hennrich

Einsatzbereiche

Die sonografisch geführte Shuntpunktion ist das Mittel der Wahl bei folgenden Indikationen:

  • unklare Verlaufsverhältnisse des Shunts
  • Erstpunktionen
  • Kanülenkorrektur
  • Verletzung der Shunt-Hinterwand
  • Angebots- und Abflussprobleme
  • wiederkehrende Punktionsproblematik
  • Anfertigung eines Shuntprotokolls oder Punktionsplans

Auch zur Weiterbildung der Mitarbeiter sollte die ultraschallgestützte Shuntpunktion zur Anwendung kommen.

Anfuehrungszeichen

Lieber ein Mal zu viel geschallt als fehlpunktiert!

 

Geringer Zeitaufwand . . .

Wenn die möglichen Folgen einer Fehlpunktion berücksichtigt werden, sind 15 bis 30 Minuten Zeitverlust eine zu vernachlässigende Größe. Darüber hinaus ist der zeitliche Aufwand bei einem trainierten sonografischen Punkteur sehr gering, ist er doch auf eine schwierige Shuntpunktion vorbereitet und hat seine Gerätschaften alle gerichtet. Auch die vorherrschende Angst, dadurch die über lange Jahre erworbenen Punktionsfähigkeiten zu verlieren, ist unbegründet: Durch dieses Verfahren wird das Repertoire vielmehr erweitert.

. . . großer Nutzen

Wiederkehrende Fehlpunktionen einer arteriovenösen Fistel führen häufig zu einer späteren Dysfunktion. Diese kann oftmals nur durch Intervention (PTA: perkutane transluminale Angioplastie) oder operative Maßnahme behoben werden. Neben der Palpation, der Auskultation und visuellen Wahrnehmung haben nichtärztliche Mitarbeiter in Dialyseeinrichtungen die Möglichkeit, nach vorausgehender Schulung und Training das Sonografiegerät als Unterstützung bei schwierigen Shuntpunktionen einzusetzen.

Anfuehrungszeichen

Mit der ultraschallgestützten Shuntpunktion lassen sich stationäre Aufenthalte – ausgelöst durch eine Dysfunktion des Shunts – vermeiden.

 

Dabei werden die Anzahl der Fehlpunktionen signifikant reduziert und die Ursachen einer Shuntdysfunktion früher erkannt. Auf diese Weise können Krankenhausaufenthalte und die damit verbundenen Kosten vermieden werden. Dies ist insbesondere für den Patienten, aber auch aus ökonomischer Sicht von großem Vorteil. Angesichts des enormen Zusatznutzens sollte die ultraschallgestützte Shuntpunktion als fester Bestandteil in die Fachweiterbildung Nephrologie integriert werden.

Fazit

Bis vor einigen Jahren wurde das Ultraschallgerät zur Punktion von schwierigen Shunts hauptsächlich von Ärzten angewendet. Mittlerweile wird dieses unterstützende Verfahren auch von nichtärztlichen Mitarbeitern im Dialysebereich erfolgreich eingesetzt. Eine Abnahme der Fehlpunktionsrate sowie das frühzeitige Erkennen von Komplikationen am Shunt sind von großem Nutzen für die Patienten wie auch den Dialysebetrieb. Letztlich sollte die sonografisch gestützte Shuntpunktion zukünftig das unterstützende Standardverfahren bei schwierigen Punktionsverhältnissen sein.

Dies ist die erste Folge zur ultraschallgestützten Shuntpunktion. In der nächsten Ausgabe wird die Anwendung des Verfahrens erläutert.

[mashshare]