Anzeige

Schwerpunkt

Digitali­sierung im Gesund­heits­markt

Quo vadis?

Telemedizin, eHealth, Big Data, Wearables & Co. – moderne Informations- und Kommunikationstechnologien versprechen Vorteile für Heilberufler und Patienten gleichermaßen. Die große Herausforderung besteht darin, die digital verfügbaren Dienste gewinnbringend zu nutzen und die hieraus entstehenden Informationen intelligent zu vernetzen. Es kommt darauf an, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Entwicklungen im Zusammenspiel funktionieren, und wie die Akteure im Gesundheitswesen sinnstiftend damit umgehen können.

© Elnur | Dreamstime.com

Doch Digitalisierung ist ein weites Feld, Orientierung fällt schwer und viele Fragen sind noch offen: Wie wird der Megatrend Digitalisierung den Gesundheitsmarkt verändern? Welchen Einfluss haben digitale Anwendungen auf den Alltag der Heilberufler und ihre Beziehung zu den Patienten? Wer sind die relevanten Marktteilnehmer – heute und in der Zukunft? Und wie lassen sich chancenreiche Veränderungen aktiv mitgestalten?

Studie zur Digitalisierung im Gesundheitsmarkt

Um diese Fragen zu beantworten, hat die apoBank eine Studie zur Digitalisierung im Gesundheitsmarkt erarbeitet. Sie identifiziert die wesentlichen digitalen Entwicklungspfade und skizziert ein Gesamtbild zu deren Auswirkungen. Das Ergebnis ist ein 360-Grad-Blick, der sowohl die Perspektive der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker, als auch die Meinungen der Standesorganisationen und die Einschätzung der Experten aus Wissenschaft und Praxis aufgreift: eine Studie aus dem Gesundheitsmarkt, für den Gesundheitsmarkt.

Die wichtigsten Erkenntnisse daraus sind:

  • Die Heilberufler sehen die stärksten Veränderungen in ihrem beruflichen Alltag und den Strukturen der Gesundheitsversorgung, während die Arzt-Patienten-Beziehung vergleichsweise unberührt bleibt.
  • Die digitale Vernetzung wird heilberufsübergreifend als Entwicklung mit dem größten Veränderungspotential beurteilt.
  • Je nach Berufsgruppe stehen unterschiedliche Entwicklungspfade im Fokus: Humanmediziner betonen den Einfluss von Assistenzsystemen ärztlicher Leistungen, Apotheker konzentrieren ihren Blick auf digitale Anwendungen rund um Medikation und Zahnärzte setzen insbesondere auf personalisierte Versorgungsangebote.
  • Die Heilberufler befürchten im Zusammenhang mit der Digitalisierung hohe Investitionen – erwarten aber gleichzeitig geringe Profite.
  • Jeder dritte Heilberufler ist der Meinung, dass sich die Digitalisierung schnell, d.h. innerhalb der nächsten vier Jahre, durchsetzen wird.
  • Die befragten Standesvertreter schätzen die Auswirkungen der Digitalisierung geringer ein als die Heilberufler selbst.

Die Studie zeigt, dass die Digitalisierung insgesamt von allen Marktakteuren als positive Entwicklung wahrgenommen wird, die eine Verbesserung in der medizinischen Versorgung, eine transparentere Kommunikation sowie ein effizientes Datenmanagement ermöglicht. Die Heilberufler in Deutschland zeigen hohe Sensibilität für das Potential der Digitalisierung in ihrem Berufsstand. Das ist eine wichtige Voraussetzung, da digitale Entwicklungen in Zukunft ein wesentlicher Treiber für strukturelle Marktveränderungen und ein zunehmender Erfolgsfaktor für die Anschlussfähigkeit im Wettbewerb sein werden. Doch es gibt auch Bedenken: Datenmissbrauch, steigende Bürokratie- und Informationsflut sowie hohe Kosten sehen einige Heilberufler als mögliche Nachteile einer digitalisierten Medizin.

Potentiale nutzen

Letztlich wird die Digitalisierung zunehmend durch die Ansprüche der Patienten getrieben. Die Aufgabe für jeden Einzelnen besteht nun darin, aus dem individuellen Blickwinkel heraus die Vorteile der Digitalisierung zu erkennen. Das bedeutet, sich noch mehr in die Patienten und ihre Erwartungen an eine digitale Gesundheitswelt hineinzudenken. Sensibilisiert für die Chancen und Möglichkeiten einer völlig neuen Kommunikation und Interaktion, kann der Heilberufler proaktiv mitgestalten und das Potential der Digitalisierung für seine Patienten und für sich selbst nutzen.